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Die Unternehmer-DNA stärken - über Generationen

Der Fortbestand eines Familienunternehmens geht weit über die Bewahrung von Kapital hinaus – es erfordert eine gelebte Unternehmer-DNA.
Visionäre Gründer prägen oft die ersten zwei Generationen, doch wie kann unternehmerisches Denken darüber hinaus in Unternehmen und Familie gefördert werden?
Dieser Beitrag zeigt auf, warum unternehmerische Kultur kein Selbstläufer ist und welche Prinzipien erfolgreiche Unternehmerfamilien anwenden, um Innovation, Mut und Widerstandsfähigkeit über Generationen hinweg zu erhalten.

 

Der Fortbestand eines Familienunternehmens ist weit mehr als die Bewahrung von Kapital und Vermögenswerten. Er erfordert den Erhalt eines tief verankerten Unternehmer-DNAs – jenes Antriebs, der die Gründer zum Erfolg führte und der über Generationen hinweg erneuert werden muss. Familien, die diesen Unternehmer-DNA kultivieren, schaffen ein Umfeld, das Mut, Ambition und Risikobereitschaft fördert. Dies sichert nicht nur den Fortbestand des Unternehmens, sondern stärkt auch die Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten.


Warum Unternehmer-DNA nicht selbstverständlich ist

Viele Familienunternehmen gründen auf der Legende eines visionären Gründers, der aus dem Nichts ein Imperium schuf. Doch während der Gründungsmythos inspirierend ist, reicht er allein nicht aus, um Unternehmertum in der Familie langfristig zu verankern. Oftmals steht die ältere Generation vor der Herausforderung, unternehmerisches Denken zu fördern, ohne den Nachwuchs in eine unreflektierte Komfortzone zu drängen. Sind neue Geschäftsideen echte Innovationen oder bloße Hobbyprojekte?

Wie lässt sich Fairness in der Unterstützung unternehmerischer Bestrebungen gewährleisten?
Soll Unternehmertum innerhalb des bestehenden Unternehmens stattfinden oder außerhalb davon?

Familien, die diese Fragen offen diskutieren und aktiv eine Kultur der unternehmerischen Weiterentwicklung etablieren, legen das Fundament für nachhaltigen Erfolg.


Erfolgreiche Unternehmerfamilien setzen auf vier zentrale Prinzipien:


1. Die richtige Story: Unternehmertum authentisch kommunizieren

Eine inspirierende Familiengeschichte ist mehr als ein glorifiziertes Erfolgsnarrativ. Sie muss auch die Rückschläge, Fehltritte und Herausforderungen beinhalten. Eine Winzerfamilie etwa lehrte ihre Nachkommen nicht nur die Bedeutung von Qualität und Wachstum, sondern erzählte ebenso von Jahren, in denen Frost ganze Ernten vernichtete und Insolvenz eine reale Bedrohung war. Diese Ehrlichkeit erzeugt ein tiefes Bewusstsein für die unternehmerischen Realitäten und den Wert von Durchhaltevermögen.


2. Raum für Experimente: Strukturen schaffen, bevor sie gebraucht werden

Unternehmerische Ambitionen in der Familie erfordern klare Rahmenbedingungen. Ob es sich um einen internen Innovationsfonds oder ein Mentorenprogramm handelt – die Regeln für den Zugang zu Ressourcen und Unterstützung müssen frühzeitig definiert werden. Transparente Kriterien für finanzielle und nicht-finanzielle Förderung verhindern Konflikte und stärken das unternehmerische Engagement. Ohne klare Richtlinien entsteht schnell der Eindruck von Bevorzugung oder Ungerechtigkeit, was langfristig schädlich für den Zusammenhalt der Familie ist.


3. Unterstützung klug dosieren: Mut zum Risiko, ohne das Haus zu verwetten

Nicht jede unternehmerische Idee sollte mit großzügiger Familienfinanzierung bedacht werden. Erfolgreiche Unternehmerfamilien nutzen externe Märkte als Qualitätstest: Löst eine Idee echtes Kundeninteresse aus? Kann sie sich am Markt behaupten? Neben Kapital kann die Familie auch durch Netzwerke, Mentoring oder strategische Kooperationen unterstützen, anstatt ausschließlich finanzielle Mittel bereitzustellen. Dies verhindert, dass der Nachwuchs sich auf leicht zugängliche Ressourcen verlässt, anstatt den eigenen unternehmerischen Antrieb zu schärfen.


4. Freiräume gewähren, Scheitern zulassen und aus jedem Fehler lernen

Unternehmertum bedeutet nicht nur Erfolg, sondern auch Rückschläge. Die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln, gehört zur essenziellen Lernkurve. Familien, die Scheitern als wertvolle Erfahrung anerkennen, fördern eine gesunde Risikokultur. Ein Unternehmer erzählte beispielsweise, wie er seinen Kindern bewusst Kapital zur Verfügung stellte, ohne Bedingungen zu stellen. Nach anfänglichen Fehlschlägen führten die daraus gewonnenen Erkenntnisse schließlich zu einer bahnbrechenden Innovation.


Unternehmer tun: die Tradition lebendig halten Risiken einzugehen und aus Fehlern zu lernen

Unternehmerischer Erfolg in Familienunternehmen ist kein Selbstläufer. Es braucht bewusste Führung, klare Strukturen und eine Kultur, die Mut und Innovation belohnt.
Familien, die die richtige Balance zwischen Unterstützung und unternehmerischer Eigenverantwortung finden, sichern nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch die Identität und den Zusammenhalt über Generationen hinweg.
Denn letztlich ist es nicht das Kapital, das eine Unternehmerfamilie definiert – sondern die Fähigkeit, immer wieder Neues zu schaffen.

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c/o Hochschule München  |  Bayrische Spitzenprofessur für Transformation & Innovation in Familienunternehmen

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