"It's who you know" - bauen Sie Ihr eigenes Netzwerk auf
- Christian Schiede
- 20. März
- 3 Min. Lesezeit
Der Beitrag beleuchtet die essenzielle Bedeutung eines individuellen Netzwerks für Next Gens in Familienunternehmen.
Während etablierte Geschäftsverbindungen der Vorgängergeneration Vorteile bieten können, sind sie keineswegs ein Ersatz für eigenständig aufgebaute Kontakte.
Der Artikel liefert praxisnahe Strategien zum Netzwerkausbau und betont die Notwendigkeit, sich aktiv und mutig neue Kontakte zu erschließen.
Netzwerke aufbauen: Warum Nxt-Gens sich nicht blind auf bestehende Kontakte setzen sollten
Familienunternehmen leben von ihren Netzwerken. Doch wer in die Fußstapfen der vorherigen Generation tritt, sollte nicht einfach davon ausgehen, dass sich ein gewachsenes Netzwerk nahtlos überträgt. Der eigene Name mag Türen öffnen – doch wirklich entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensführung ist ein starkes, individuelles Netzwerk.
Alexa, die als 24-Jährige Geschäftsführende Gesellschafterin eines traditionsreichen Familienunternehmens in Österreich wurde, hat genau diese Erfahrung gemacht. Während ihr Großvater als Gründer ein beeindruckendes Netzwerk aufgebaut hatte, versäumten es ihr Vater und ihre Onkel, ein eigenes aufzubauen.
„Sie konzentrierten sich darauf, das zu erhalten, was ihre Eltern geschaffen hatten – doch das größte Bedauern meines Vaters war, dass er versäumt hatte, eigene Kontakte zu pflegen“, erinnert sich Alexa.
Als sie das Unternehmen übernahm, musste sie sich ihr Netzwerk selbst erarbeiten – durch Mitgliedschaften in Führungsgremien, Branchenkonferenzen und gezielte Vernetzung mit Visionären aus Technologie und Unternehmertum.
Warum Next Gens ihr eigenes Netzwerk aufbauen sollten
Ein Netzwerk ist mehr als nur ein Kreis von Geschäftsbeziehungen – es ist eine Quelle für Ideen, strategische Partnerschaften und wertvolles Sparring. Gerade in einem Familienunternehmen kann es isolierend sein, nur mit den „üblichen Verdächtigen“ zu interagieren. Der Austausch mit Gleichgesinnten aus anderen Familienunternehmen, mit Experten außerhalb der eigenen Branche und mit unabhängigen Beratern hilft, Betriebsblindheit zu vermeiden. Doch wie baut man ein solches Netzwerk auf?
1. Generationenübergreifende Verbindungen nutzen – ohne blind zu vertrauen
Die Berater und Geschäftspartner Ihrer Eltern oder Großeltern können wertvolle Perspektiven bieten. Sie verstehen, wie das Unternehmen historisch gewachsen ist, und können ein Kompass sein – ohne die emotionale Befangenheit, die innerhalb der Familie oft mitschwingt. Dennoch tun Next Gens gut daran die alten Kontakte nicht blind zu übernehmen, sondern genau hinzuschauen, ob sie noch passen und persönlich relevant sind.
2. Beziehungen zu Gleichaltrigen in der Familie und darüber hinaus aufbauen
Die eigene Generation innerhalb der Familie kann als Sparringspartner dienen – wenn die Dynamik stimmt. Konflikte, Rivalitäten oder unterschiedliche Erwartungen an den Wohlstand können eine Hürde sein. Umso wichtiger ist es, aktiv an einer offenen Kommunikation zu arbeiten. Darüber hinaus hilft der Austausch mit anderen Next-Gens aus anderen Familienunternehmen, um sich gegenseitig zu unterstützen und Best Practices zu teilen.
3. Bestehende Netzwerke der Familie bewusst weiterentwickeln
Ein Familienname kann ein Türöffner sein – aber kein Selbstläufer. Die geschäftlichen Beziehungen der Elterngeneration sind nicht automatisch das Richtige für die nächste Generation. Next-Gens sollten gezielt in den Aufbau generationenübergreifender Geschäftsbeziehungen investieren, etwa durch gemeinsame Treffen mit den Nachfolgern wichtiger Geschäftspartner oder strategische Partnerschaften mit Unternehmen in ähnlichen Branchen.
4. Einen "inner-circle" aufbauen
Jede Führungskraft braucht einige wenige enge Vertraute – Menschen, die nicht nur Meinungen liefern, sondern ehrliches, fundiertes Feedback geben. Dabei ist Qualität wichtiger als Quantität: Es geht nicht darum, viele Menschen um Rat zu fragen, sondern die richtigen.
5. Vorsicht vor „Trittbrettfahrern“
Mit einem bekannten Familiennamen zieht man auch Menschen an, die das eigene Netzwerk ausnutzen wollen. Next-Gens müssen lernen, Opportunisten zu erkennen und Grenzen zu setzen. Nicht jede Anfrage nach einer Einführung oder Empfehlung sollte bedenkenlos gewährt werden.
6. Mut zur Kontaktaufnahme – Netzwerke aktiv gestalten
Gerade Familienunternehmer sollten keine Scheu haben, gezielt auf Menschen zuzugehen, die sie inspirieren. Viele erfolgreiche Unternehmer sind offen für Austausch – insbesondere mit Gleichgesinnten aus anderen Familienunternehmen. Der Schlüssel liegt in einer klaren, authentischen Ansprache: Wer echtes Interesse an einer Perspektive oder einem Erfahrungswert zeigt, wird oft auf offene Türen stoßen.
Die Mischung macht's - komplementär zur eigenen Person
Next-Gens sollten das Beste aus beiden Welten nutzen: die gewachsenen Strukturen ihrer Familie, kombiniert mit ihrem eigenen Netzwerk an frischen Impulsen, unabhängigen Beratern und Gleichgesinnten. Alexa hat durch den strategischen Aufbau ihres Netzwerks nicht nur das Familienunternehmen transformiert, sondern auch ihren eigenen Karriereweg klar definiert. Ihr Rat an Next-Gens:
„Ich weiß nicht, was ich ohne mein Netzwerk getan hätte. Es war die Grundlage für alles.“
Jetzt sind Sie dran: Welche Netzwerke brauchen Sie für die Zukunft Ihres Familienunternehmens?
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