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Nicht in die Anspruchsfalle tappen - Halten Sie Ihre Kinder fern

Vermögen bewahren ist schwerer als es aufzubauen – besonders für Unternehmerfamilien. Kinder ohne Anspruchsdenken zu erziehen, erfordert bewusste Entscheidungen. Dieser Beitrag zeigt, wie Familienunternehmer ihre Nachkommen auf Verantwortung, Leistung und unternehmerisches Denken vorbereiten – und die Anspruchsfalle vermeiden.

 

Die erfolgreichsten Familienunternehmer teilen eine Sorge, die sie nachts wach hält:

Werden unsere Kinder aufwachsen und das Familienvermögen für selbstverständlich erachten?

Diese Angst ist nicht unbegründet. Studien zeigen, dass 70 % des vererbten Vermögens innerhalb von drei Generationen verloren gehen. Ein Vermögen zu erhalten, ist oft schwieriger, als es aufzubauen. Noch herausfordernder ist es, die nächste Generation so zu erziehen, dass sie Leistung, Verantwortung und unternehmerisches Denken als Teil ihrer Identität begreift, statt sich auf den Wohlstand der Familie zu verlassen.


Die Anspruchsfalle: Wenn Wohlstand zur Last wird

Geld allein macht Kinder nicht anspruchsvoll. Vielmehr sind es bestimmte elterliche Entscheidungen und Erziehungsprinzipien, die Anspruchsdenken fördern oder verhindern. Unsere Erfahrung mit Unternehmerfamilien zeigt: Kinder entwickeln kein Anspruchsdenken aus dem Nichts. Vielmehr entstehen Anspruchsmentalitäten durch unbewusste Muster und gut gemeinte, aber langfristig schädliche Erziehungsentscheidungen.

Wie also verhindern Sie, dass Ihre Kinder in die Anspruchsfalle tappen? Es gibt keine Patentrezepte. Aber es gibt entscheidende Fragen, die Sie sich selbst stellen sollten. Die Antworten darauf zeigen, ob Ihre Kinder die besten Voraussetzungen haben, um verantwortungsbewusste Mitglieder einer Unternehmerfamilie zu werden.


1. Erhalten sie Arbeitsplätze?

Arbeiten Kinder in jungen Jahren, auch wenn es nur um kleine Nebenjobs oder ehrenamtliche Tätigkeiten geht, entwickeln sie Disziplin, Selbstständigkeit und ein realistisches Verständnis für Leistung und Gegenleistung. Untersuchungen zeigen, dass spätere Führungskräfte in ihrer Jugend oft einfache Jobs hatten. Arbeit gibt Jugendlichen nicht nur Struktur, sondern auch ein gesundes Maß an Frustrationstoleranz und Realitätssinn. Sie lernen, dass Erfolg nicht selbstverständlich ist und dass Anerkennung verdient werden muss.


2. Können sie eine Karriere aufbauen?

Viele Nachfolger scheitern nicht aus mangelndem Talent oder Engagement, sondern weil ihnen die richtigen Herausforderungen fehlen. Eltern neigen dazu, ihre Kinder in Positionen zu drängen, die entweder zu schwer oder zu wenig anspruchsvoll sind. Wer einer unmöglichen Aufgabe gegenübersteht oder unterfordert bleibt, verliert Motivation. Beides kann zu Anspruchsdenken führen: Entweder durch Resignation oder durch ein Selbstverständnis, dass andere für den eigenen Erfolg verantwortlich sind.


3. Dürfen sie leiden?

Leben bedeutet Höhen und Tiefen. Wer seine Kinder vor jedem Rückschlag schützt, nimmt ihnen die Fähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen. Widerstandskraft entsteht nicht durch Komfort, sondern durch das Überwinden von Herausforderungen. Erfolgreiche Unternehmerfamilien helfen ihren Kindern bei Bildung und Wohnraum, aber sie lassen sie für alles Weitere selbst Verantwortung übernehmen. Dadurch entsteht ein tiefes Verständnis für den Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen.


4. Sind sie dankbar?

Es gibt eine direkte Verbindung zwischen Materialismus und fehlender Dankbarkeit. Wer alles hat, nimmt vieles als gegeben hin. Dankbarkeit hingegen ist eine Haltung, die man lernen kann – und Eltern sind die wichtigsten Vorbilder. Kinder, die erleben, wie ihre Eltern Dankbarkeit praktizieren, übernehmen diese Haltung mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst. Wer für das Erreichte dankbar ist, empfindet weniger Neid und entwickelt ein größeres Verantwortungsbewusstsein für das Familienvermögen.


Die Rolle der Eltern: Präsenz schlägt Geld

Das stärkste Gegenmittel gegen Anspruchsdenken ist die elterliche Präsenz. Familien, in denen Kinder und Eltern eine enge Beziehung pflegen, erleben seltene Anspruchsmentalitäten. Wer in der Familie emotional sicher eingebunden ist, braucht keinen finanziellen Ersatz. Unternehmerfamilien, die ihre Kinder ermutigen, selbst Leistung zu erbringen, Fehler zu machen und Verantwortung zu übernehmen, sichern nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihre Werte über Generationen hinweg.


Die Weichen richtig stellen - nicht sehenden Auges ins Verderben rennen

Vermögen ist eine Verantwortung, kein Selbstzweck. Kinder, die lernen, es als solches zu betrachten, werden ihre Rolle als Unternehmer oder Gesellschafter mit Stolz und Pflichtbewusstsein annehmen. Wer hingegen in die Anspruchsfalle gerät, wird nicht nur dem Familienunternehmen, sondern auch sich selbst langfristig schaden.

Welche Entscheidungen treffen Sie heute, um Ihre Kinder auf den richtigen Weg zu bringen?


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